Am 15. August 1997 wurde in Oudtshoorn das erste Oratorium des hl. Philipp Neri gegründet.

Wichtigste Aufgabe der Gemeinschaft war neben den pastoralen Diensten in den Gemeinden alle religiösen Texte für die Gottesdienste in die Sprache Afrikaans zu übersetzen. Bisher war Afrikaans keine übliche Sprache in der katholischen Kirche. Im südlichen Teil von Afrika war der Katholizismus in den holländischen Kolonien streng verboten. Sprache und Kultur der Afrikaansen Sprachgruppe war nur mit dem Calvinismus identifiziert.

Oudtshoorn ist eine Stadt an der bekannten Gardenroute  R62. Die Stadt macht einen gehobenen und gepflegten bürgerlichen Eindruck. Von den 95.000 Einwohnern leben hier aber nur 35.000 Einwohner.

Über 60.000 Einwohner leben an den Rändern von Oudtshoorn in sogenannten Townships. Diese wurden zur Zeit der Apartheit durch rassenbedingte Zwangsumsiedlungen geschaffen.

Eines der größten Armenviertel ist Bridgton. Hier leben sogenannte „Coloured People“. So werden Farbige aus gemischter Herkunft oder dunkelhäutige Menschen, die ihre Wurzeln nicht in Südafrika haben, bezeichnet.

Bridgton ist gezeichnet von vielen sozialen Problemen. Verelendung und hohe Arbeitslosigkeit (über 70%) bedingen die Not. Alkoholismus und Drogenmissbrauch, Kriminalität, Straßengangs und Prostitution sind die Folgen.

Familien können in diesem Umfeld nicht mehr funktionieren. Kinder und Jugendliche sind am meisten betroffen.

Viele Kinder sind diesem Elend unmittelbar ausgeliefert. Sie leiden an Hunger, medizinischer Unterversorgung (viele Kinder sind HIV infiziert) und insbesondere an einem Mangel an Liebe und Schutz.

2004 begannen die Oratorianer sich um die bedürftigen Kinder und Jugendlichen zu sorgen. Im Oratorium in der Stadt wurde ein Lern- und Freizeitraum eingerichtet. Aber die Kinder aus den Townships hatten gar keine Möglichkeit, dorthin zu kommen.

Einem Teil der jungen Priester reichte es nicht mehr, etwas für die Armen zu machen, selbst in bürgerlicher Sicherheit zu wohnen. 2006 teilte sich daher die Gemeinschaft. 4 der Priester wollten um den Kindern wirklich nachhaltig zu helfen, mit ihnen direkt im Township leben.

Der Zufall begünstigte das Vorhaben. Sie bekamen mitten in Bridgton von der Stadt Oudtshoorn gegen einen symbolischen Kaufpreis ein sehr großes Gelände. Es war eine Schlucht, am Rande die Reste von Industrieansiedlung, die Schlucht vermüllt und vergiftet.

Ohne eigenes Geld, die sichere Existenz aufgegeben, begann hier ein großes Abenteuer und ein Wunder. In wenigen Jahren hat sich durch die Unterstützung und Spenden vieler Freunde auf der ganzen Welt aus dem Nichts heraus ein lebendiges Fürsorgezentrum für die Kinder und Jugendlichen entwickelt.

Heute werden in dem St. Luigi Scrosoppi Center täglich bis zu 200 Kinder- und Jugendliche in verschiedenen Projekten und Häusern betreut.