2008 beim 40-jährigen Jubiläum des Oratoriums des hl. Philipp Neri in Heidelberg lernte ich Schwester Ida Wellens und Schwester Lucie Switten kennen, zwei Ordensschwestern des hl. Philipp Neri aus Belgien. Besonders Schwester Ida erzählte mir voll Begeisterung von dem neu entstandenen Oratorium in Südafrika und ihrer besonderen Kinder- und Jugendarbeit im Township von Oudtshoorn.

Diese Begeisterung teilten viele Oratorianer, besonders meine Assoziierten-Freunde Ulrike und Stefan Wick-Alda.

2010 stand ich vor der Entscheidung, mit der Gemeinde St. Philippus Neri aus Holsen nach Rom zu reisen oder der Einladung der Dt. Föderation der Oratorien zur Seligsprechung von John Henry Newman nach Birmingham zu folgen.

Da ich noch berufstätig war und das Geld auch eine Rolle spielte, entschied ich mich für die Reise nach Rom, hatte ich doch den Kontakt zum Oratorium in Rom über Pater Edoardo Aldo Cerrato CO organisiert.  Meine Koffer waren gepackt, aber am Morgen der Abreise hatte ich so starke Schmerzen, dass es mir unmöglich war, nach Rom mitzureisen.

Einige Tage später schrieb Pfarrer Christoph Heimpel CO, der Sprecher der Dt. Föderation, dass ein Platz für die Seligsprechung wieder frei wurde. Schnell antwortete ich und hatte das Glück, diesen einzigen noch freien Platz für die oratorianische Reise zu bekommen.

Bei dieser Reise lernte ich in Birmingham Pater David Dettmer CO und Pater Leon Mostert CO kennen. Besonders mit Pater Leon verband mich von Anfang an eine Freundschaft, konnten wir doch unser gemeinsames Geburtsdatum, den 26. Mai und das Patronatsfest des hl. Philipp Neri, teilen. Ich hörte aufmerksam den spannenden Erzählungen von Pater Leon zu.

Auf der Rückreise besprach ich mich mit Ulrike und Stefan. Uns war klar, dass die schon in der Rente fortgeschrittenen Schwestern aufgrund ihres Alters nicht auf Dauer die Unterstützung für Oudtshoorn absichern konnten. Sie hatten den gesamten Aufbau mitfinanziert.

In Paderborn kontaktierte ich Herrn Weihbischof Matthias König. Er versprach, eine Zuwendung an Oudtshoorn zu geben, wenn der dortige Bischof einen Antrag stellt. Er selbst hatte das Projekt vor Ort kennen gelernt und war sehr angetan, was die „jungen Priester“ umsetzten.

2011 reiste ich selbst nach Oudtshoorn. Bis dahin war die Schweiz schon eine Weltreise für mich. Ich bin nicht der große Reisende. Die Begleitung von Josiane Ulrix aus Belgien war mir eine große Unterstützung. In den zwei Wochen vor Ort erlebte ich, dass das Erzählte nicht nur stimmt, sondern dass die Realität noch viel beeindruckender ist. Mein Herz brannte. Ich spürte den Auftrag eines Apostolates. Alles Geschehene ergab Sinn.

2012 konnte ich mit weiteren 7 Personen in der Philipp Neri Gemeinde in Holsen den Förderverein für das Oratorium des heiligen Philipp Neri in Oudtshoorn (FOPOS e.V.) gründen. Marlies Sandbothe und Ulrike Wick-Alda bildeten mit mir gemeinsam den Vorstand. Von Anfang an übernahm ich die Geschäftsführung, der ich bis heute treu geblieben bin.

Erst Jahre später erfuhr ich, dass zu den geistigen Müttern von FOPOS, Schwester Ida und Schwester Lucie, auch zwei Väter, die oratorianischen Priester Dr. Michael Ulrich CO und Dr. Siegfried Foelz CO gehören. Sie hatten Pater David und Pater Leon die Reise nach Birmingham finanziell ermöglicht.

Klaus Lauck