Eindrücke aus einem Vormittag in Südafrika im November 2025
( Ein Bericht von Frau Susanne Jung, die mit einer Besuchsgruppe der Studiosus Foundation das Care-Center besuchte. )
Ankunft und erste Eindrücke
An einem Vormittag hatten wir die Gelegenheit, das Sozialprojekt in Südafrika zu besuchen und einen Einblick in seine Arbeit zu gewinnen. Was wir sahen, hat uns nachhaltig beeindruckt — nicht durch Spektakel, sondern durch das, was hier im Stillen geleistet wird.
Gebäude, Garten und Plantage
Bei einem Rundgang über das Gelände besichtigten wir die verschiedenen Gebäude des Projekts. Die Bausubstanz ist einfach, aber funktional und gepflegt — man merkt, dass mit begrenzten Mitteln sorgfältig gearbeitet wurde. Bemerkenswert war eine Granatapfelplantage, die auf dem Gelände angelegt wurde und einen Teil zur Selbstversorgung beiträgt. Dazu kommt ein weiteres Areal für Gemüse, das gerade angelegt wurde.
Menschen im Mittelpunkt
Das Projekt richtet sich mittlerweile an verschiedene Gruppen innerhalb der umliegenden Community: kranke und ältere Menschen finden hier Betreuung am Lebensende und einen Anlaufpunkt zum Reden. Für Jugendliche gibt es getrennte Aufenthaltsräume für Mädchen und Jungen, die zweckmäßig, aber gemütlich eingerichtet sind und erkennbar genutzt werden. Der Ansatz, unterschiedliche Bedürfnisse konkret mitzudenken, ist in der Struktur des Projekts spürbar.
Pater Leon — Eine Persönlichkeit, die bewegt
Besonders beeindruckt hat uns Pater Leon, der uns herumführte. Seine Option für die Armen vermittelte er uns durch seine klaren Worte und Taten. Wir erfuhren viel über die Lebensrealität vor Ort, über die „Verlorenheit“ der Coloureds, über Alkoholismus und Armut, aber eben auch über Erfolge und Kinder, denen ein Schulabschluss und Berufsstart gelingt.
Fazit: Mehr als ein Vormittag
Ein Besuch einer Reisegruppe von reichen, weißen Europäern hat immer etwas ambivalentes. Aber ich denke doch, dass der Nutzen überwiegt.
Wir bekamen einen konkreten Eindruck davon, was auch Südafrika ist, aber was eben auch mit Ausdauer und klarem Fokus in einem schwierigen Umfeld möglich ist. Die Anlage ist schlicht, die Arbeit aber substanziell. Wir nehmen aus diesem Vormittag vor allem das Bild eines Projekts mit, das nah an den Menschen ist — und eines Mannes, der das seit Jahren konsequent lebt. Das unterstütze ich seither sehr gerne.



Crestencia bei der Granatapfel-Ernte