Kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein lebendiges Wunder

An einem strahlenden Morgen in Rom wurde Luigi Scrosoppi feierlich zum Heiligen der katholischen Kirche erklärt. Papst Johannes Paul II., gezeichnet von Alter und Krankheit, las das Dekret mit zitternder Stimme. Seine Hände waren kaum in der Lage, die Seite zu halten. Der Petersplatz pulsierte vor Aufregung und lebendiger Dankbarkeit und Danksagung.

Eine Frage verweilte in Pater Davids Herz: Warum war die Oratorianische Gemeinschaft von Oudtshoorn als „Gefäß“ dieses Wunders ausgewählt worden? Als die Freude an der Heiligsprechung dem Nachdenken wich, begannen Pater David und Schwester Irmarosa, beide damals die Oberen ihrer Gemeinschaften, zu erkennen, wie St. Luigi Scrosoppis Vermächtnis des Dienstes und der Nächstenliebe in Oudtshoorn greifbare Formen annehmen könnte.

Sein Vermächtnis nahm in der Mitte von zwei religiösen Gemeinschaften in der Gemeinde Bridgton in Oudtshoorn Gestalt an: zum einen in der Gemeinschaft seiner Töchter, den Schwestern der Vorsehung, und zum anderen in der Gemeinschaft seiner Oratorianischen Brüder. Hier konnte die Vision des Heiligen von Dienst und Nächstenliebe unter dem Dach des St. Luigi Scrosoppi Care Centers (kurz: ‚St. Luigis’) beginnen zu wachsen.

Heute überdauert das Wunder und es entfaltet sich leise, aber kraftvoll im Leben derer, die im St. Luigi Scrosoppi Care Center Hilfe erfahren. Jeder Akt des Mitgefühls, jeder Moment der wiederhergestellten Würde und jede Geste der Liebe, die den Hilfesuchenden angeboten wird, zeugt von der dauerhaften Gnade Gottes, die von Beginn an in Oudtshoorn leuchtete. Im täglichen Rhythmus der Fürsorge ist das Vermächtnis des Hl. Luigi Scrosoppi kein Relikt der Vergangenheit, sondern ein lebendiges Wunder. Ein Wunder, das täglich neu erlebt wird von jedem Menschen – ob Erwachsener, Teenager oder Kind – , der Hoffnung, Heilung und die Umarmung der Nächstenliebe Christi in der fürsorglichen ‚St. Luigis’ – Familie findet.

Verankert in der Vorsehung

Die Geschichte von ‚St. Luigis’ zeigt meisterhaft, was es bedeutet, sich auf die göttliche Vorsehung zu verlassen: von einem ersten Traum, über die Entstehung/ Verwirklichung bis heute – auch durch Zeiten der Herausforderung und Unsicherheit. In die Vorsehung zu vertrauen, bedeutet zu glauben, dass Gott nahe und gut ist und für das ultimative Wohl des einzelnen arbeitet, auch wenn sich die Realität schmerzhaft oder verwirrend anfühlt. Für einige mag ein solches Vertrauen in eine externe, göttliche Führung veraltet oder abergläubisch erscheinen, aber es bleibt das Herzstück dieser Reise.

Die Entscheidung, den Traum der göttlichen Vorsehung anzuvertrauen, hat St. Luigi’s zu diesem Meilenstein des 20-jährigen Bestehens gebracht.

Bei einem frühen Treffen bestand der niederländische Interimsvorsitzende darauf, dass der Traum ohne mindestens 500.000 € auf der Bank nur ein Traum bleiben würde. Eine solche Summe ohne Konzeptnachweis zusammenzubekommen schien unmöglich.
Es stellte sich die Frage: Sollte eine göttlich inspirierte Vision gegen Garantien von Erfolg und Kapital eingetauscht werden? Der Vorsitzende trennte sich von den Oratorianern, und im selben Jahr wurde das Bridgton-Grundstück – wo St. Luigi’s Wurzeln schlagen sollte – direkt erworben. Vorsehung bei der Arbeit.

Welche Gelegenheit kam zuerst: das gespendete Land der Gemeinde, lokal bekannt als die „Schlucht des Grauens“, oder das Industriegrundstück mit einem Preis von 600.000 Rand? Es gab kein Geld, um die Fabrik zu kaufen, geschweige denn die Schlucht zu sanieren. Doch die Vorsehung wirkte: Die Schwestern von St. Philip Neri in Belgien spendeten Gelder, Bischof Adams von der örtlichen Diözese bürgte, um das Eigentum zu sichern, und es wurde ein Deal mit einem benachbarten Tiefbauunternehmen geschlossen.

Was auf diese ersten Schritte der Vorsehung folgte, ist eine aufregende Reise bis heute, die immer im Vertrauen in die göttliche Vorsehung verwurzelt ist und von der Bereitschaft geprägt ist, sich etwas zu wagen und zu verwirklichen, wo es keine Garantien oder Zusicherungen gibt.

Pater Vernon Macaskill Meyer