Ein Erfahrungsbericht von Caroline Vicentini, die in der Saison 2011/2012 im Scrosoppi Care-Center als Freiwillige tätig war.
Von September 2011 bis Juni 2012 durfte ich im Scrosoppi Sorgsentrum mitarbeiten.
Ich bin sehr unvorbereitet hingekommen, hatte gerade eben maturiert und meinen Führerschein gemacht. Viele Gedanken über meine Zeit in Südafrika hatte ich mir jedoch noch nicht gemacht. Als es dann losging, war ich sehr sehr aufgeregt. Aber im Moment, in dem ich Carol am Flughafen traf, wusste ich, dass ich am richtigen Ort angekommen war: Hier würde ich mich wohlfühlen und hoffentlich viel von dieser tollen Frau lernen! Sie strahlte mich an und den ganzen Weg von George bis Oudtshoorn erzählte sie mir die Geschichte des Zentrums und lachte.
Wenn ich jetzt an diese Zeit zurückdenke, dann muss ich immer an dieses Lachen denken. Es war so voller Freude und so ansteckend. Und es hat den Alltag mit den Kindern im Zentrum sehr geprägt! So vieles war erst am Anfang, nicht nur ich. Es wurde ausprobiert, entdeckt und aufgebaut und leider gab es immer wieder Rückschläge.
Doch es gab trotzdem immer viel Hoffnung und alle waren sich ganz sicher, dass sie gerade genau das taten, was gut war und sie taten es mit Freude.
Ich habe von Carol, Marvin, Franci und all den anderen gelernt, mich um jedes einzelne Kind zu kümmern, das zu uns kam. Ich sollte sie kennenlernen und nicht nur alle in der Gruppe betrachten. Ich lernte die tragischen Schicksale der Kinder kennen und mit ihnen trotz Sprachbarriere so zu spielen, dass sie diese eine Weile hinter sich lassen konnten. Die Kinder sollten erfahren, was Liebe und Hinwendung sind.
Dies klingt aus der Ferne so schwer und doch war es in Begleitung der Menschen, die das Zentrum mit Leben füllten, erstaunlich einfach.
Es erscheint mir nun nach den vielen Jahren so erstaunlich, dass ich fast durch Zufall an einen solchen besonderen Ort gekommen bin und dass ich es damals als ganz selbstverständlich angesehen habe, dass ich in so vieles mit einbezogen wurde, Verantwortung tragen und Entscheidungen mit treffen durfte. Diese Selbstverständlichkeit, dass jeder, auch ich, zum Zentrum gehört hat, hat mich dort wie zuhause fühlen lassen und ich hoffe sehr, dass ich diese Gewissheit, dort willkommen und ein wichtiger Teil der Gemeinschaft zu sein, genauso weitergeben konnte, wie sie mich erfüllt hat.
Nach Südafrika habe ich Bildungswissenschaft in Wien studiert und später in einer WG für fremdbetreute Kinder und Jugendliche gearbeitet. Ich habe immer mein Bestes gegeben, meinen lachenden und liebenden Vorbildern Carol, Marvin, Franci und den Padres gerecht zu werden!
Eine wunderbare Möglichkeit, um weiter mit dem Zentrum Verbunden zu bleiben, war und ist für mich FOPOS. Ich habe das Glück gehabt, zu Ostern 2012 Klaus Lauck in Oudtshoorn kennenzulernen und bin seitdem mit ihm in Kontakt geblieben. Meine Eltern und ich erfahren so alle Neuigkeiten und können ganz einfach trotz so großer Entfernung mit Spenden direkt vor Ort helfen. Ich bin Klaus und FOPOS sehr dankbar, dass sie uns als Brücke dienen!
Caroline Vicentini





Lukas in Haus Luigi