Hallo,

mein Name ist Lukas Tino Janas. Ich bin 21 Jahre alt und Mitglied im Laienoratorium Dortmund. Über diesen Weg bin ich auch nach Südafrika ins Oratorium gelangt, wo ich 85 Tage mitleben und wirken darf, als Dienst an den Menschen und um Klarheit in Berufungsfragen hinsichtlich eines anstehenden Priesterseminars zu bedenken und zu gewinnen.

Am 12. März 2026 bin ich in George angekommen und wurde dort von Vater Mark und Jannick abgeholt. Sie hießen mich mit einem kalten Wasser willkommen, da gerade eine Hitzewelle über der Region lag. Schon auf dem Weg von George nach Oudtshoorn konnte ich die wunderschöne Landschaft bewundern und einen ersten Eindruck von den Straßen und Städten erlangen.

Im St Luigi Scrosoppi Care Center angekommen, lernte ich ziemlich schnell alle Priester, alle weiteren Mitarbeiter sowie das Gelände und die Strukturen kennen. Die hl. Messen, Gebetszeiten, aber auch die „baie lekker“ Mahlzeiten von Christencha waren wie kleine Anker in einem sehr abwechslungsreichen und vielschichtigen Tagesablauf.

Ich wurde dem Haus Luigi zugeteilt. Gemeinsam mit Jannick, Sachin, Ingrid, Linda und Hillary bin ich dort für die Ordnung, Versorgung mit Mittagessen sowie für Nachmittagsaktivitäten wie Sport, Spiele und kreative Angebote zuständig, wobei Fußball und „Hide & Seek“ Standard sind. Ansonsten muss man sich keine Arbeit suchen, sie findet sich von selbst. Wer fleißig sein will, ist immer beschäftigt. Das zeigt sich auch in der Haltung der Priester und Mitarbeitenden. Jeder bringt seine Gaben ein und trägt dazu bei, was er kann. Die Arbeiten draußen, wie zum Beispiel Hecken schneiden oder das Streichen der Hauswände, machen mir besonders Spaß, da ich jeden Strahl der afrikanischen Sonne genieße.

Von Anfang an fühlte ich mich sehr wohl und nach kurzer Zeit – sowie allmählicher Vertrautheit mit der neuen Sprache, Kultur und den Lebensumständen – sehr zu Hause. Besonders die Offenherzigkeit der Kinder trug dazu bei und erfüllt mich täglich bei der Arbeit mit großer Freude. Ihre Energie und Freude sind total ansteckend, und manchmal fühlt man sich selbst wieder wie ein Kind, das dabei ist, die Welt neu zu entdecken.

Als Naturfreund habe ich mich in den wunderschönen Garten verliebt, den diese tüchtigen Oratorianer mit ihren Händen geschaffen haben. Auch darin sehe ich beim Gehen und Beobachten der fruchtbaren Vielfalt an Gewächsen und der wunderschönen Tiere wie Pfauen, Schildkröten, Hunde, Katzen, Hühner, Enten, Gänse, Echsen, Fledermäuse und die architektonisch begabten Webervögel, wie Gott die Arbeit der Menschen segnet. So darf ich Zeuge sein, was aus Mühe und Vertrauen geworden ist.

Eine kleine Oase in einem Township Südafrikas, mitten in der Karoo, wo nicht nur die steinige und wüste Landschaft und verschmutzten Wohnorte, sondern auch der Mensch mit seinem – von der schwierigen Umwelt gezeichneten Leben – einen Ort des Friedens, der Freude und der Liebe findet, wo jeder Zuflucht finden kann und Gottes Barmherzigkeit erfahren darf. Und auch ich werde hier reichlich beschenkt, nicht nur mit tollen Menschen und neuen Erfahrungen, sondern vor allem im Geiste.

Ganz stark war dies während der Zeit von Palmsonntag bis Barmherzigkeitssonntag spürbar. In dieser Fasten- und österlichen Zeit konnte ich viel lernen und weiß, dass der gute Herr führt. Ich darf an den verschiedenen Gottesdiensten, Gebeten und Feiertagen teilhaben, mithelfen, aber auch einfach nur stiller Genießer sein, wo ich Jesus auf unterschiedliche Arten und Weisen erfahren darf, durch die Sakramente und durch die unzähligen unergründlichen Offenbarungsweisen Gottes.

Es ist intensiv, aber ich bin glücklich, mich darauf eingelassen zu haben, denn es ist ein Schatz an diesem Ort, das Evangelium, weil es hier lebendig ist und in dieser Gemeinschaft seine Glieder füreinander Sorge tragen: in Wort und Tat, im Sinne des hl. Philipp Neri und Christi Gebot der Gottes- und Nächstenliebe.

-Lukas Tino Janas  13.04.2026

Gemeinsam an einem Tisch, hier Speisen, Sprechen und Spielen wir. Jeder hat einen Platz selbst wenn es manchmal eng wird. Ein Ort an dem wir alle gerne Zusammenkommen.

Das Klein Karoo Nationale Kunstfest 2026 war das dreißigste KKNK im hübschen Stadtzentrum von Oudtshoorn. Es war ein besonderes Erlebnis. Die Priester luden mich zu einer Nachtaufführung eines klassischen Orchesters ein. Unter anderem spielten sie ein Stück meines liebsten Komponisten Antonio Vivaldi. Darüber hinaus bekamen wir auch typisch Südafrikanische Musik von verschiedensten Musikern in Afrikaans Englisch und mehr zuhören.

Es ist unfassbar wie viel Lebensfreude Menschen in sich tragen können. Gerade im Kontext des Oratoriums wird deutlich, was es heißt: „Die Freude am Herrn ist eure Stärke“ (Nehemia 8,10). Es ist keine oberflächliche Fröhlichkeit, sondern eine Freude, die in die Tiefe geht, wirklich trägt und selbst durch die hohen Mauern des Centers hindurchstrahlt. Die Freude ist ein Gut, das hier überreich ausgeteilt wird.

In der Ostervigil durfte ich im neokatechumenalen Weg dienen. Eine große Ehre, diese Nacht der Nächte in Christus, dem Licht, zu feiern.

Kaum zu glauben, aber wenn man nach oben in die Baumkronen schaut, sieht es aus, als würde man mitten im Urwald stehen. Diese prächtigen Pfauen auch Symbol für Unsterblichkeit, Auferstehung und das ewige Leben wandern hier auf dem Gelände des Oratoriums und erinnern daran, dass der Herr, der das Leben ist, auch unter uns Menschen gewandelt ist. Wer die Augen offenhält, kann die Schönheit an diesem Ort nicht übersehen.