Das Team des St. Luigi Scrosoppi Care Centers

Heute möchte ich Ihnen und euch das Team vorstellen, dass hinter der Arbeit im Haus Luigi, Haus Philipp und Haus Veronica steckt und den Namen, die ich in den bisherigen Beiträgen so oft erwähnt habe, ein Gesicht geben (Stand Januar 2024).

Vorab möchte ich festhalten, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter täglich großartige Arbeit für und mit den Kindern und Jugendlichen, die aus dem Township in Bridgton ins Center kommen, leisten! Die Heranwachsenden stehen im Mittelpunkt allen Tuns!

Mit Blick auf die Anzahl an Kindern und Jugendlichen, die täglich kommen, bräuchte das Center eigentlich noch viel mehr Personal, vor allem für die pädagogische und soziale Arbeit. Doch das ist aufgrund der finanziellen Situation leider momentan nicht möglich. Daher ist die Unterstützung durch Freiwillige vor Ort unheimlich wichtig und eine große Hilfe! Ich kann jungen Menschen, die eine Freiwilligenarbeit anstreben, dieses Projekt nur wärmstens ans Herz legen! Die Arbeit mit diesem Team ist unheimlich wertschätzend und wohlwollend! Jeder kann sich mit seinen Stärken und Talenten einbringen und auch der Spaß kommt nicht zu kurz!




Lest selbst über die Menschen im Team des Centers und ihre Aufgaben:

Pater Mark

Position: Priester, Leitung und Geschäftsführer von Haus Luigi, Haus Philipp und Haus Veronica

Pater Mark ist ein junger, engagierter Mann, der seine Berufung als Priester jeden Tag intensiv lebt, indem er dem Ruf Jesu folgt und sein Tun auf beispiellose Weise den Bedürftigen und Armen im Township widmet, insbesondere den Kindern. Im Jahr 2021 wurde er zum Priester geweiht. Schon vor seiner Priesterweihe übernahm er im Jahr 2020 die Leitung von Haus Luigi und Haus Philipp. Neben seiner Arbeit als Pastor in der Gemeinde St. Niklas hier in Bridgton kümmert er sich täglich um die Kinder und Jugendlichen, die in die verschiedenen Bereiche des Centers kommen.

Dabei hat er als Geschäftsführer und Leiter von Haus Luigi, Haus Philipp und Haus Veronica viel Organisatorisches zu tun, was oft mit sehr großem bürokratischem Aufwand verbunden ist. Ein nicht geringer Teil seiner Arbeit findet daher in seinem Büro statt und beinhaltet z.B. die Kommunikation mit dem Department, die Kostenaufstellungen für alle Ausgaben und Einnahmen oder die Dokumentation und Organisation der grundlegenden Abläufe. Die unregelmäßigen Stromausfälle erschweren dabei seine Arbeit, da das Versenden und Empfangen von Emails nicht zu jeder Zeit des Tages möglich ist. Immerhin bekommt er beim Papierkram etwas Hilfe von Sachin sen., aber eigentlich bräuchte er eine Sekretärin oder einen Sekretär.

Neben diesen eher unliebsamen Aufgaben widmet sich Pater Mark mit viel Engagement und Herzblut den Kindern und Jugendlichen. In Haus Luigi ist er die erste Ansprechperson für alle Kinder und er liebt es mit den Kindern zu scherzen und sie aufzuziehen, aber auch mit ihnen zu lernen und zu beten. Die Kinder liegen ihm total am Herzen und er ist bemüht, ihnen bestmögliche Förderung, Unterstützung, viel Freude, Spaß und Zuwendung zukommen zu lassen. Für die Kinder sind Pater Mark und die anderen jungen Männer im Team wichtige, männliche Bezugspersonen und Vorbilder, da viele Kinder zuhause ohne Vater aufwachsen und von Männern in ihrer Umgebung oft Gewalt und Kriminalität erleben.

Bei der Teambesprechung am Montagmorgen werden Abläufe und Termine der Woche besprochen, aber bei Pater Mark können sich die Pläne – ganz nach afrikanischer Gesinnung – schon mal ändern. (Das hat mich, als strukturierte Deutsche, so manches Mal herausgefordert, aber auch flexibler gemacht.) In den Workshops am Nachmittag hat Pater Mark zuletzt Mathe mit den Kindern gemacht, doch durch die Unterstützung von Sachin jun. kann er den Kindern ein weiteres Herzensprojekt nahebringen: den Garten. In diesem Workshop zeigt er den Kindern z.B. wie man fruchtbare Erde herstellt, wann man welches Gemüse anpflanzen sollte und wie man Pflanzen richtig pflegt. Sein Ziel ist es, den Kindern neben Umweltbewusstsein auch Fertigkeiten beizubringen, die sie zuhause und vielleicht sogar für ihre berufliche Zukunft nutzen können. Insgesamt ist es Pater Mark wichtig, den jungen Menschen auch christliche Werte und Manieren beizubringen, woran das ganze Team gemeinsam arbeitet.

Wenn der Nachmittag in Haus Luigi beendet ist, geht es für Pater Mark in Haus Philipp weiter. Dort betreut er die Jungs ab 14 Jahren, hilft ihnen beim Lernen und den Hausaufgaben, schreibt mit ihnen Bewerbungen, kocht mit ihnen und für sie und unterstützt sie in allen möglichen Anliegen. Für seine Jungs gibt Pater Mark (fast) alles. Deshalb ist er für nicht wenige eine Vaterfigur und Vorbild. In seiner Freizeit wird Pater Mark von einer Frau begleitet: seiner Hündin Domina. Sie ist seine beste Freundin und seine Aufpasserin, denn sie akzeptiert nur wenige Menschen in ihrem Umfeld und macht ihrem Namen alle Ehre.

Man könnte noch viel mehr erzählen und viele weitere Dinge auflisten, die Pater Mark für das Center tut, aber das würde den Rahmen sprengen. Er ist für die Kinder und Jugendlichen hier wirklich ein Segen!

Sachin Graydon Plaatjies

Position: stellvertretender Geschäftsführer, Jugendarbeiter

Sachin (sen.) arbeitet seit drei Jahren in Haus Luigi. Er kam im Jahr 2006 selbst als eines der ersten Kinder ins Center, da er in unmittelbarer Umgebung aufgewachsen ist. Seine ganze Geschichte kann man hier auf der Homepage nachlesen ( -> Der Hunger war mein täglicher Begleiter – Sachins Geschichte ). Heute ist der verheiratete Familienvater mit zwei Kindern der stellvertretende Geschäftsführer in Haus Luigi. Er kümmert sich u.a. um einen Teil der Verwaltungsarbeit, also den „Papierkram“. Zu seinen Aufgaben gehört z.B. die Anmeldungen neuer Kinder zu registrieren oder zu dokumentieren, welche Aktivitäten mit den Kindern gemacht wurden.

Darüber hinaus bereitet er morgens seinen Workshop für die Kinder vor, die am Nachmittag ins Center kommen und er macht Aufräumarbeiten in und um Haus Luigi, meistens draußen im Garten. Sachins Steckenpferd ist der Sport. Er interessiert sich sehr für Rugby und Fußball, spielt selbst leidenschaftlich gern und gut. Deshalb ist er nachmittags vor allem für das Sportprogramm zuständig und trainiert mit den Kindern in Kleingruppen u.a. Fußball, Rugby oder Netzball. Man kann täglich sehen, wie sehr er für den Sport brennt und wie viel Spaß es ihm macht, mit den Kindern zu spielen und ihnen neue Tricks und Fähigkeiten beizubringen.

Sachin ist es wichtig, mit seiner Arbeit etwas an die Gemeinschaft, in der er aufgewachsen ist, zurückzugeben. Er möchte den Kindern auf ihrem Weg helfen und ihnen eine noch bessere Erfahrung schenken als er es selbst bereits erlebt hat. Für die Kinder ist er ein großes Vorbild aus den eigenen Reihen. Auch wenn es für ihn manchmal herausfordernd ist, den Kindern etwas mehr Manieren und Etikette beizubringen, ist es immer wieder eine schöne Erfahrung für ihn, wenn die Kinder von ihm umarmt werden und einfach um ihn herum sein möchten. Sachin ist außerdem sehr dankbar für alle Menschen, die er im Laufe der Jahre (als Kind im Center und als Mitarbeiter) kennengelernt hat und mit denen er verbunden bleiben durfte. Viele sind gute Freunde oder wie Familie für ihn geworden.

Ingrid Maria Matiwane

Position: Köchin

Ingrid, von allen liebevoll „Auntie“ (=Tante) Ingrid genannt, ist seit acht Jahren die Köchin in Haus Luigi und sorgt außerdem dafür, dass alles immer blitzeblank ist. Sie kocht, putzt und räumt auf, damit alles an der richtigen Stelle und gut vorbereitet ist, wenn die hungrigen Kinder am Nachmittag ins Center kommen. Ingrids Arbeit beginnt schon früh am Morgen. Dann kann sie in Ruhe das Essen kochen und die Räumlichkeiten säubern. Sie liebt ihre Arbeit, besonders das Kochen für die Kinder ist ihre Leidenschaft.

Ohne Ingrid würde Haus Luigi auf kurz oder lang im Chaos versinken (- Ich spreche da aus Erfahrung!).

Sie ist wie eine gute Fee: liebenswert, immer hilfsbereit, unermüdlich und fleißig. Manchmal ist es für Ingrid schwierig, wenn die Kinder nicht auf sie hören oder mithelfen wollen. Aber auch in solchen Situationen bleibt sie cool und regelt die Situation in ihrer ruhigen, aber bestimmten Art. Als ich Ingrid nach einer besonders schönen Erinnerung in ihrer Zeit im Center gefragt habe, hat sie gesagt, dass die Nikolausfeier jedes Jahr ein Highlight für sie ist. Es sei wie „Magie“, wenn der Nikolaus die Kinder besucht und man in ihre freudestrahlenden Gesichter blicken kann. Die Freude der Kinder zu sehen, bedeutet Ingrid sehr viel und macht sie selbst glücklich. Dies kann man auch in ihrer täglichen Arbeit spüren, wenn sie mit Elan und Liebe zum Wohle der Kinder kocht und die Kinder mit einem leckeren Essen zum Strahlen bringt.

Maud Stellenboom

Position: Leitung Haus Veronica, Betreuerin in Haus Luigi

Maud, „Auntie“ (= Tante) Maud wohnt seit dem Jahr 2022 bei den Oratorianern und arbeitet hingebungsvoll u.a. in Haus Luigi, Haus Veronica und im Haus der Barmherzigkeit mit. Maud ist wirklich ein großer Gewinn für die Gemeinschaft des Oratoriums und die Arbeit mit den Kindern! Ihre Energie für die täglichen Herausforderungen zieht Maud aus ihrem festen christlichen Glauben.

In Haus Luigi arbeitet Maud am Nachmittag im Workshop „Sprache“ mit den Kindern an ihren Kenntnissen und Fähigkeiten in der Muttersprache Afrikaans. Viele der Kinder haben große Probleme mit dem Lesen und Schreiben, weshalb Mauds Arbeit mit ihnen von großer Bedeutung ist. Zudem ist Maud für die Kinder eine ganz wichtige Person, weil sie ihnen sehr viel Aufmerksamkeit, ein offenes Ohr und liebevolle Zuneigung schenkt wie es Mütter und Großmütter oft tun. Sie hat eine große Vorbildfunktion. Für die Jungen nimmt sie eine Art „Mutterrolle“ ein, die ihnen Orientierung gibt. Für die Mädchen ist Maud eine verständnisvolle Ansprechpartnerin für ihre Sorgen und Probleme, die ihnen wichtige Inhalte zur Lebensorientierung vermittelt.

Auch für Pater Mark ist sie eine große Hilfe, da sie in Gesprächen mit Kindern und Eltern vermitteln kann und von Erwachsenen als Frau und aufgrund ihrer Lebenserfahrung manchmal auch ernster genommen wird. Maud ist zudem die Hauptverantwortliche von Haus Veronica, in das sie ihr ganzes Herzblut steckt. Mit den jungen Mädchen arbeitet sie daran, ihnen z.B. Manieren und Etikette beizubringen sowie lebensrelevante Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Selbstbewusstsein, Respekt und Toleranz zu leben. Auch eine Kultur des „Zurückgebens“ an die Gemeinschaft wird eingeübt, indem die Mädchen z.B. bei Aktionen als Helferinnen eingebunden werden. Maud sagt, dass sie es liebe, einfach bei den Kindern zu sein, ihnen Liebe zu schenken und für sie da zu sein. Am liebsten möchte sie alle Kinder umarmen!

Maud beeindruckt vor allem die Einfachheit der Kinder, die oft barfuß kommen und sorglos über Stock und Stein laufen und ihre große Freude, wenn sie ins Center kommen und eine Umarmung von ihr möchten. Hin und wieder ist es schwierig für sie, den sprachlichen Slang der Kinder zu verstehen, die ihre ganz eigene Jugendsprache entwickelt haben. Leider machen Maud ein paar gesundheitliche Probleme zu schaffen, die mit über 70 Jahren nicht ungewöhnlich sind, aber die sie manchmal ausbremsen, was ihr nicht immer leicht fällt. Aber trotz mancher Widerstände gibt sie ihr ganzes Herz und ihr ganzes Tun für Gott und die hilfsbedürftigen Menschen!

Jaydin Eon Washinggreen

Position: Freiwilliger Betreuer u.a. in Haus Philipp, Unterstützung in der Lebensmittelaufsicht

Jayden oder auch „Jan“, wie sein Spitzname lautet, arbeitet in Haus Luigi und Haus Philipp seit etwa einem Jahr mit. Er ist in den vergangenen Jahren selbst als Kind und Jugendlicher ins Center gekommen und hat nun begonnen, freiwillig mitzuhelfen und das Team zu unterstützen. Ende des Jahres 2023 hat er seine Matrikulation mit Zulassung zum Universitätsstudium abgeschlossen und beginnt bald ein Studium der sozialen Arbeit. Im Center kümmert er sich u.a. um die Bestandsaufnahme der Lebensmittel und die Betreuung der Jugendlichen in Haus Philipp.

Jayden mag das Arbeiten und Spielen mit den Kindern und Jugendlichen. Er hilft ihnen auch gerne bei den Hausaufgaben und beim Lernen. Herausfordernd für ihn ist der Umgang mit den vielen verschiedenen Persönlichkeiten der Kinder und Jugendlichen, die manchmal nicht einfach zu händeln und zu bändigen sind. Doch genau solche Erfahrungen sind für sein Studium und sein zukünftiges Berufsleben sehr wichtig und er kann an ihnen wachsen. Für Jayden, der ja selbst mit dem Center groß geworden ist, ist es toll zu beobachten, was die Kinder und Jugendlichen täglich machen. Er genießt es zu sehen, was sie im Center erleben und selbst in der Rolle als Mitarbeiter und Ansprechpartner für sie dabei zu sein.

Sachin

Position: Freiwilliger Betreuer in Haus Luigi

Sachin jun. (junior, weil es zwei Sachin‘s gibt) arbeitet seit etwa zwei Jahren als freiwilliger Helfer im Center mit. Als Kind begann er ins Haus Luigi zu kommen und hat dann eine sehr enge Verbindung mit Haus Philipp und Pater Mark aufgebaut. Aus dieser Erfahrung heraus hat er beschlossen, etwas zurückzugeben und mitzuhelfen. Sachin unterstützt überall da, wo Hilfe gebraucht wird. Neben den Vorbereitungsarbeiten am Vormittag ist er vor allem am Nachmittag im Haus Luigi eine wichtige Kraft.

Zum Jahresbeginn hat er die Mathe-Workshops übernommen und jeden Nachmittag macht er mit einer anderen Kleingruppe Mathe-Übungen und/oder unterstützt die Kinder bei den Mathe-Hausaufgaben. Dies ist eine sehr wichtige Aufgabe, da viele der Kinder, die ins Center kommen große Probleme mit dem Rechnen haben. Für Sachin ist seine Arbeit mit den Kindern eine gute und gewinnbringende Erfahrung für seine persönliche Entwicklung, da er ein Studium im Bildungsbereich in Erwägung zieht und vielleicht sogar Lehrer werden möchte.

Besonders mag er es, mit den Kindern zu spielen und ihnen ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Letzteres ist besonders gelungen als Sachin und ich gemeinsam mit einigen Jungs aus Haus Luigi einen Ausflug gemacht haben. Sachin hat es sehr beeindruckt wie die Jungs dort energiegeladen und aufgeregt auf den Wasserrutschen gerutscht sind, obwohl es geregnet hat. Neben seiner Mitarbeit in Haus Luigi unterstützt Sachin auch Pater Mark und Jan am späten Nachmittag mit den Jugendlichen in Haus Philipp und hilft dort u.a. beim Kochen und beim Lernen.